Schweizer Veloroute Nr. 3 (ab Zürich)

Nord-Süd-Route über den Gotthardpass (vom 14. bis 24. Juli 2014)

Tag 5: Von Andermatt nach Airolo über den Gotthardpass

NoS352D Länge: 26,2 km, Höhendifferenz: bergauf 681 m, bergab 975 m,
Höchster Punkt: 2106 m (Gotthardpass)
Strecke: Andermatt - Gotthardpass - Airolo
Besonderes: Gotthardpass, Tremola mit 37 Serpentinen

Die heutige Etappe ist zwar kurz aber knackig, ab Hospental mit durchschnittlich 7,1% Steigung über 9 km. Wie an allen Pässen der Schweiz steht unten ein Hinweisschild für Velo mit Höhendifferenz und Länge der Strecke. Abfahrt vom Hotel ist gegen halb Neun durch Andermatt in Richtung Hospental, dort beginnt der Aufstieg. Etwa zwei Drittel der Strecke verläuft auf der neuen Gotthard-Passstraße, das letzte Drittel bis zu Passhöhe fährt man auf der alten gepflasterten Passstraße. Das Pflaster auf dieser Straße ist aber deutlich ebener als befürchtet. Wir benötigen bis zum höchsten Punkt eine gute Stunde plus Fotopausen.

Passstrasse Rückblick Talsperre
Am Anfang der Gotthardstraße Rückblick auf Serpentinen Alte Passstraße bald oben
Pass Gotthard Tremola
Am Gotthardpass angekommen Auf dem Pass Die Abfahrt beginnt

Oben das obligatorische Foto und eine lange Pause, es sind viele Motorräder unterwegs. Nun folgt die landschaftlich schöne Abfahrt auf der Tremola hinunter bis Airolo. In laut Reiseführer 37 Kehren führt diese alte, aber gut gepflegte Passstraße hinunter. Die neue Straße verläuft auf der anderen Talseite in einer langen Galerie und im Tunnel. Die Tremola bietet wunderbare Tiefblicke, deshalb folgen hier ein paar Extrafotos. Fast in jeder Kurve stoppen wir wegen der Aussicht. Zweimal machen wir eine längere Pause mit Picknick - einfach schön. Das Pflaster bemerken wir bei unserem geringem Tempo kaum.

Tremola Tremola Tremola
Alte und neue Passstraße Am Abgrund Imposante Tiefblicke
Tremola Tremola Tremola
Blick Richtung Airolo Am Abgrund entlang Rückblick - Alte Baukunst
Tremola Tremola Tremola
Neue Passstraße unten Airolo Rückblick Tremola

Nach einem letzten Engpass öffnet sich der Blick in das Tal auf Airolo. Jetzt winden sich alte und neue Passstraße ineinander. Das sehen wir am Nachmittag besonders schön als wir mit der Seilbahn zum Sasso della Bogia hochfahren - leider ist es ziemlich dunstig und die Fernsicht begrenzt. Gegen 13 Uhr checken wir im Hotel ein. Danach laufen wir zur Seilbahn und genießen den schönen Tag. Das Abendessen gibt es dieses Mal nicht auf der Terrasse, denn ein Gewitter ist aufgezogen und es schüttet wie aus Kübeln. Glück gehabt mit der Gotthardüberquerung, diese Fahrt hätten wir keinen Tag später machen dürfen.


Tag 6: Von Airolo nach Bellinzona

NoS362D Länge: 64,3 km, Höhendifferenz: bergauf 82 m, bergab 990 m,
Höchster Punkt: 1150 m (Airolo)
Strecke: Airolo - Faido - Biasca - Bellinzona
Besonderes: Autobahnbrücken, Eisenbahntrasse und Kehrtunnel

Es hat die ganze Nacht geregnet, auch beim Frühstück regnet es immer noch. Wir packen unsere Sachen und stellen die Räder bereit, falls es aufhört. Kurz vor Neun Uhr fallen nur noch einzelne Tropfen, also los. Es hört ganz auf zu regnen. Gelegentlich folgt ein weiterer Schauer, mal nutzen wir eine Brücke als Schutz, mal stellen wir uns unter ein ausladendes Dach. Bisher genügen die einfachen Jacken. Über dem Fluss Ticino wabern Nebel, auch eine interessante Stimmung.

Abfahrt Enges Tal Regen
Warten am Hotel Im engen Tal bei Quinto Pause - es regnet
Schnecke Brücken Ticino
Achtung, wir überholen Brücken bei Faido Fluss Ticino

Bald hat es ganz zu regnen aufgehört, die Autobahn verfolgt uns auf ihren Stelzen in diesem einsamen Tal: Die Leventina wird das Tal der Reisenden genannt. Bald bietet sich ein fantastisches Schauspiel für alle Eisenbahnfans: Der doppelte Kehrtunnel in der Biaschina zwischen Faido und Biasca. Unsere Straße fällt daneben in Serpentinen steil ab. Oben drüber die Autobahn auf Stelzen. Es folgt ein schöner alter Ort, Giornico mit sechs Kirchen und Kapellen. Wir füllen unsere Wasserflaschen an einem Brunnen. Eine alte Frau kommt vorbei, grüßt und zeigt nach oben - es gibt gleich Wasser von oben. Der Vorbau einer Kapelle bietet Schutz und die Schleusen öffnen sich - aber richtig!

Schnecke Brücken Ticino
Viele Brücken / 2 Kehrtunnel Eisenbahn auf 3 Ebenen Unterste Ebene
Giornico Dauerregen Bellinzona
Giornico Dauerregen setzt ein Bellinzona

Jetzt sieht es nach Dauerregen aus: Wir streifen die Regensachen über und da müssen wir durch, denn hier stauen sich die Wolken, die vom Süden aufziehen. Gut eine Stunde fahren wir im Regen an großen Steinbrüchen vorbei in Richtung Bellinzona. Dann läßt der Regen nach und hört schließlich ganz auf. Die Regensachen werden verstaut, dann weiter im nun flachen Tal. Fast 1000 m Höhenunterschied hatte die Talfahrt. Vor Bellinzona drohen erneut dunkle Wolken: Endspurt zum Hotel, das wir trocken erreichen. Später leihen wir uns einen Regenschirm für einen Rundgang durch Bellinzona. (Hier waren wir schon einmal bei Sonnenschein von Locarno aus - das war deutlich schöner)


Fortsetzung


  Radfahren

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