Schweizer Veloroute Nr. 3 (ab Zürich)

Nord-Süd-Route über den Gotthardpass (vom 14. bis 24. Juli 2014)

Tag 3: Von Horw bei Luzern nach Flüelen

NoS332D Länge: 50,9 km, Höhendifferenz: bergauf 269 m, bergab 316 m,
Höchster Punkt: 520 m (auf der Axenstraße)
Strecke: Horw - Fähre Gersau-Beckenried - Brunnen - Flüelen
Besonderes: Vierwaldstätter See, Axenstraße

Wieder strahlender Sonnenschein für die nächste spannende Etappe mit dem Höhepunkt, der Axenstraße. Diese ehemalige Militärstraße wurde 1864 teilweise in den Fels geschlagen. Später wurde diese Straße ausgebaut und verläuft teilweise im Tunnel. Es wird empfohlen hier mit dem Schiff von Brunnen nach Flüelen zu fahren, weil diese enge Strecke stark befahren ist, teils ohne Radweg.

Mit einer kleinen Abfahrt hinunter zum See beginnt unsere Tour. Der Pilatus zeigt sich in der Morgensonne. In weitem Bogen am See entlang führt eine wenig befahrene Straße zu den wichtigen Verkehrswegen, es drängeln sich am schmalen Ufer Bahnstrecke, Landstraße und Autobahn in teils abenteuerlichen Galerien oder im Tunnel. Es gibt auch einen breiten Radweg auf Stelzen am Seeufer entlang. Die Route führt mitten durch Stans: Hier hat sich ein LKW festgefahren, wir warten bis er sich durch die enge Durchfahrt manövriert hat.

Pilatus Radweg am See Regensdorf
Pilatus am Morgen Radweg am Vierwaldstätter See Uferstraße am See nahe Stans
Fähre Fähre Schiff
Fähre über dem See Blick Richtung Flüelen Linienschiff in Brunnen

Es folgt eine weitere Passage am See entlang, kurzzeitig mal parallel zur Autobahn, dann sehr schön und ruhig am Ufer bis zur Fähre Gersau-Beckenried. Die 4 km lange Überfahrt quer über dem Vierwaldstätter See dauert etwas. Leider ist es auch heute wieder dunstig. Die Uferstraße hat bis Brunnen nur wenig Verkehr. In Brunnen machen wir Pause am Schiffsanleger, wir essen einen leckeren Flammkuchen mit Lauch am Bistro. Das Schiff ist für uns kein Thema, denn wir wollen die Axenstraße sehen. Gleich hinter Brunnen steht eine große Gefahrentafel für Radfahrer, doch besser auf das Schiff auszuweichen. Noch gibt es noch einen Radweg, die ersten Tunnel können auf der alten Straße am See umfahren werden, da gibt es die schönere Aussicht: Ein Raddampfer kommt von Flüelen, gegenüber erkennt man am Ufer den Schillerfelsen mit Aufschrift.

Axenstrasse Raddampfer Axenstrasse
Beginn der Axenstraße Raddampfer
Axenstrasse Aussicht
Aussicht von der Axenstraße Blick Richtung Flüelen Alte Axenstraße ohne Verkehr
Axenstrasse Radweg am See Flüelen
Axenstraße in den Fels gehauen Axenstraße vor Flüelen Flüelen

Eine Tunnelpassage, durch die man fahren muss hat einen separaten Radweg. Sonst gibt es durchgängig einen schmalen Fußweg neben der Straße, den wir benutzen. Wenn da ein anderes Rad entgegenkommt halten wir unmittelbar am Geländer an, sonst würde es gefährlich. Zwischen Sisikon und Flüelen wird die Axenstraße recht eindrucksvoll: Hoch über dem See in senkrechte Felsen gehauen und hier ohne Autoverkehr oder mit Radweg, die gefährliche Strecke ist überstanden. Uns begegnen Fußgänger, die von Flüelen kommen und diese Aussicht genießen wollen. Dann sind wir schnell in Flüelen im Hotel, wieder mit gutem Restaurant für den Abend. Vorher steht noch ein kleiner Spaziergang zum See an, hier hat es Bänke im Schatten zum Entspannen.


Tag 4: Von Flüelen via Göschenen nach Andermatt

NoS322D Länge: 37,5 km, Höhendifferenz: bergauf 754 m, bergab 76 m,
Höchster Punkt: 1430 m
Strecke: Flüelen - Wassen - Göschenen - (Bahn 310m) - Andermatt
Besonderes: Wassen, Teufelsbrücke, Andermatt

Heute beginnt der erste Teil des langen Anstieges zum Gotthardpass. Es ist Freitag und es könnte viel Verkehr geben, deshalb starten wir schon kurz nach 8 Uhr nach gutem Frühstück. Ein letzter Blick auf den Vierwaldstätter See bei herrlichem Wetter, dann fahren wir auf Nebenstraßen und Feldwegen in Richtung Göschenen los. Immer entlang der Reuss steigt der Weg bis Amsteg nur wenig an. Hinter Amsteg verengt sich das Tal, eine erster steilerer Anstieg (bis 9%) eröffnet den Blick auf die modernen Kunstbauten der Autobahn und der Eisenbahn.

Radroute Reuss Steigung
Straße bei Altdorf Reuss bei Erstfeld Hinter Amsteg wird es eng
Strasse Wilde Weuss Wassen
Kurvige Straße Die nun wilde Reuss Kirche von Wassen

Ab jetzt müssen wir auf der Gotthardstraße fahren, die nun kontinuierlich mit 3-5% bis Wassen ansteigt. Dort hinauf gibt es 2 Serpentinen. Die kleine Kirche grüßt schon von weitem. In Wassen machen wir erst einmal Pause. Ein Brunnen spendet frisches Trinkwasser zum Picknick aus der Tasche. Wir steigen zu Fuß hinauf zum Aussichtspunkt bei der kleinen Kirche - die Velos dürfen nicht mit. Eine schöne Aussicht auf die Autobahn zeigt bereits einen Rückstau vor dem Tunnel bis hierher. Die Eisenbahn fährt an Wassen gleich drei Mal vorbei - wegen der beiden Kehrtunnel in unterschiedlichen Höhen.

Bahn Stau Im Zug
Eisenbahn bei Wassen Stau zurück bis Wassen Im Zug nach Andermatt
Tunnel Baustelle Bahnhof
Einfahrt Gotthardtunnel Baustelle an der Teufelsbrücke Bahnhof Andermatt

Der Verkehr auf der Straße nimmt jetzt zwangsläufig zu. Die Ampel in Wassen sondiert alles ein wenig, so dass wir die Autos oft in Gruppen passieren lassen, das ist deutlich angenehmer als wenn die LKW dicht an einem vorbei rauschen. Bis Göschenen sind es nur 5 km, 800 m vor einem Kreisverkehr stehen wir selbst mit den Rädern im Stau: Schritttempo auf der engen Straße ohne Rad- und Fußweg. Ab dem Kreisverkehr ist Ruhe, denn wir biegen in den Ort ab. Die folgende Straße ist für jede Art von Velo bergwärts gesperrt: Auf dem Stück durch die Schöllenenschlucht wird die Straße vollständig erneuert und mit einem durchgehenden Radweg ergänzt. Es gibt dort drei Baustellen mit Ampelregelung - einfach zu gefährlich. Mit dem Zug sind wir schnell in Andermatt, dort nutzen wir den Nachmittag für einen ausgiebigen Spaziergang und einen großen Eisbecher.


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